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Introduced and translated from the German by Jon Cho-Polizzi

Living in Berlin last spring, I first encountered the poet Max Czollek as the author of Desintegriert Euch! [De-Integrate Yourselves!] (Hanser Verlag, 2018). This book was the talk of the town. In German public discourse, the prevailing view holds that integration is crucial to the country’s rebirth as a bastion of liberal democracy. But Czollek’s book counters this emphasis on sameness with his own polemical vision for “radical diversity,” highlighting the profound cultural and demographic shifts of the past century. Intrigued by his reputation, I quickly became acquainted with Czollek’s poetry, and then with Czollek himself. I wrote to him to ask if he’d be interested in writing about the relationship between contemporary literature and politics for the German literary festival Hausacher LeseLenz, which had commissioned me to collect and translate short prose pieces by participating authors. His resulting essay, “Instrument or Weapon: Notes on Contemporary Literature,” was our first collaboration.

In our correspondences, Czollek alluded to another way he departs from the German mainstream (and another key theme of Desintegriert Euch!): his skepticism of the common willingness to gloss over today’s continuities with the nation’s Nazi history. According to Czollek, the poet must confront the past’s obtrusion into language. “It’s undeniable,” he wrote me, “that the German language (like every other language) is filled with references to its past . . . What happens to the tradition contemporary poets build upon if we first need to extract it from layers of the past century’s rubble and debris before we can view it in the light of our present day?” 

Grounded in his own experience as a young German Jew navigating complex inheritances, Czollek’s poetry excavates the German lyric tradition to expose how the same topoi of German Romanticism that yielded so much beauty also facilitated brutality. Indeed, how can one uncritically rejoice in the idyllic Heimat landscapes of the German heartland, wax poetic on the rolling woodlands from the windows of an eastbound train, or lose oneself in a blazon dedicated to the fair-haired, blue-eyed lovers of yesteryear, when these motifs have been forever altered by the legacies of Nazism?

The following cycle of poems, “von der wiederkehr” [“of return”], was originally published in Czollek’s Jubeljahre [Jubilees] (Verlagshaus Berlin, 2015). This cycle—presented below first in the original German, followed by my English translation—is characterized by a lyric voice at once fiercely humorous and defiant. For example, in its reactivation of Claudius’s “Abendlied”—a classic of Romantic poetry—the third poem recontextualizes the long trajectory of German lyric to insist on the enmeshment of present and past. Setting out a vision for the present balanced tenuously between the traumas of history and the precarities of an unwritten future, Czollek reminds us that in the end, what provides hope is not our ability to rewrite what has been, but our willingness to confront the truth of what is.

— Jon Cho-Polizzi

Listen to Max Czollek read “von der wiederkehr.”
Listen to Jon Cho-Polizzi read his translation of Max Czollek’s “von der wiederkehr.”

von der wiederkehr

„Pumba, bei dir besteht alles aus Gas“
(Der König der Löwen)

I.

kilometerweise oberfläche auf die leinwand geatmet. du trägst das radio durch die wohnung bis es rauscht. den koffer unter dem bett hevorgezogen, an die staubgrenze eines lichtstrahls gelehnt

jemand hat vorher hier gewohnt. es dauert stunden, seine aussicht von den fenstern zu wischen. ein von fliegern linierter himmel. endlose liste von ausstreichungen. hoffst, jemand schreibt mit 

es gibt beispiele für jeden so viele, wie in die hosentasche passt. vergessener geburtstag, stillgelegte station. du stellst den becher an das fenster für einen, der dir die hände wäscht


trittst du vor die tür, schaust du zuerst wo brennt es am meisten. unterhältst mehr militär im kopf als eine überlandleitung. vorteil verstörung: du brichst in das museum deiner eltern ein

mit kreide umrandete bäume, flüstern in den leitungen, graviertes messing unter den füßen: sind das orgelpedale, register über die du läufst, lautstärke aufdrehst, schaust, was passiert?

hier hast du eine seife, mit der kannst du alles waschen, außer sie selbst. berliner vororte, münchner endstationen, tägliche reise über deine haut. haare, die du für ein ticket verkaufst


siehst du die zwerge mit den gartenfackeln? sie sind gekommen, dich zu verraten. ihre nierensteingroßen fäustchen umzingeln die innenstädte. deine beine laufen ganz ohne absicht in richtung bahndamm

auf dem weg streckst du die hände in die keller unter den neubauten. von allen seiten beschattet dich dein eigener mantel, menschen mit übervollen augenabteilen, die münder überwucherte gleise

du stehst am bahnsteig und fahrpläne wachsen wie nesseln. bist dir sicher, eine unbekannte regel zu verletzen. schreib dir einen denkzettel: das haar, die hand, die seife. warte auf flutlicht


II.

noch mit einem fuß im gleisbett zieht der schaffner am hupenstrang. ich kann sagen, dass das hier deutschland ist. das land fällt rechts, dann links die vorstellung hinab. keine panik, es ist noch genug nichts für alle da

darauf folgt die vertraute organisation von krach. endlich kommt meine kindheit zur sprache: was, dächte ich mir sechshundert-dreizehn fragen aus und was, hörte ich einfach damit auf? 

nicht laut genug gedacht, schon flüstern stimmen im rattern. verschieben sich türen, besuchen mich vertraute gesichter. doch heute lasse ich kein glas, keine sitzbank mehr frei. begrüße keine säumigen propheten


oh, hey, ich habe dir einen song geschrieben, verkürzter muskel auf reisen. hast gedacht, die stationen würden angesagt: da war die erste klasse, da war die zweite klasse, da war der waggon für kuhmenschen

im krankenabteil verschlingen frauen ihre kinder, chirurgen machen auf fronteinsatz mit schwerem gerät. penetrierte linie, korrigierter grenzverlauf, pronomen schieben sich der gegend unter

der gedanke an das ende der reise bricht einen unterton aus meiner kehle. ich suche nach einem lächeln in haufen schneidezähnen. aus den leitungen riecht es nach aasblumen, züngelt die liebe der mütter


die zwerge stehen auf und schütteln sich, belichten die bilder aus meinem koffer. mir wurde beigebracht, benzin wie seife zu gebrauchen, regeln für die regel, kein feuerzeug an feuerstellen

dieser zwang, aus jeder reise ein exil zu machen. brennt es in den kleingärten, wünsche ich mich unter tannen. gestern waren die wälder noch klug, sich im museum zu verstecken. heute heißt meine neue heimat mitropa

will man mich wecken, stelle ich mich schlafend. stelle ich mich schlafend, träume ich: es gab steine, hantelschwer, die du mir aus den augen räumst. was es bräuchte, wäre ausreichend autorität, „liebe“ zu sagen


III.

ja, liebe! denken wir an deutschland, märkischer sand, denken an die heide oder gusseisen, summen: der mond ist aufgegangen, die goldnen sternlein prangen, am himmel hell und klar. sterne sind gelb und haben sechs ecken, VERDAMMT, sterne sind entfernte wolken und bestehen aus: gas, VERDAMMT

wir summen: der wald steht still und schweiget, und aus den wiesen steiget, der weiße nebel wunderbar. der wald, der freundlich schweigende deutsche wald und seine einmalige vielfalt: birkenwald, eichenwald, buchenwald, VERDAMMT aus den wiesen steigt nebel, wunderbar weißer rauch, VERDAMMT


einmal zu lange das ohr an die schienen gelegt, schon brennen die tannen. vor uns auf der trasse verraucht der wald. klettert in die keller, schüttelt kissen auf, einsame gedanken: was ist das mit der langeweile, dieser deutschen amnesie? 

ein oder zwei schläge mit der alustange genügen zum vergessen der ganzen geschichte. was wissen unsere fäuste von den vätern mehr als sie zerschlagen? schlafende sprengfalle unter einem mond mit offenem visier 

also hocken wir an übergängen und halten zwischen lastwagen den kopf in die luft. eigentlich haben wir immer noch nichts in der hand, außer einem album voller weißer fotos. erinnerung an dinge, die wir nicht erlebt haben


wie trifft man sie also, die unterscheidung zwischen werkzeug und waffe? magazine voller kinder, überwachte ebene, wuchernder mund. wir erschießen nie gekannte vorfahren, klappen grob den tag zusammen, tauchen hände in warmen most 

das gibt es, und die jahreszeiten gibt es, sag: die brennplätze gibt es, die hexen im kinderspiel, das bucklige, hakennasige rumpelstilzchen gibt es. worte wie gleise, buchen, seife. vor dem fenster eine messianische wetterlage 

damit sollten wir uns gut stellen. das heil treibe weidwärts, herr, auf deine schlafheiden hinaus. deine schäflein hängen wie abgelegte kleider über dem taufstein, trinken einen ozean von der karte, wachen am anderen ende auf


***

of return

“Pumbaa, with you, everything’s gas.”

(The Lion King)

I.

kilometers of surface breathed onto the canvas. you carry the radio through the apartment until static sets in. suitcase drawn out from beneath the bed, leaned on the dusty frontier of a beam of light

someone’s lived here before. it takes hours to wipe his outlook off the windows. a sky lined by airplanes. endless lists of crossed out things. you hope someone writes along

there are examples for everyone, as many as fit in your pants pocket. forgotten birthday, abandoned station. you place the cup at the window for someone who will wash your hands


you step outside, looking first to find the place where it burns brightest. sustaining more soldiers in your mind than a power line. advantage disturbance: you break into your parents’ museum

trees lined in chalk, whispers in the pipes, brass engraved beneath your feet: are those organ pedals, stops you walk across, volume you increase, see what’s happening?

take this soap. it can wash everything except itself. berlin suburbs, end stations in munich, daily journeys across your skin. hair you sell for a ticket


do you see the garden gnomes with tiki torches? they’ve come to betray you. their kidney-stone-sized fists encircle the inner cities. your legs running toward the railway embankment by chance

along the road you stick your hands into the cellars under new-built buildings. your own coat enveloping you from all sides in its shadow, people with their overfilled eye compartments, mouths overgrown tracks

you stand at the platform and the schedules grow like nettle plants. sure that you are breaking an unknown rule. write yourself a warning: the hair, the hand, the soap. wait for the floodlight


II.

one foot still in the track bed, the conductor pulls the whistle. i can say that this is germany. the country falls down right then left of my imagination. don’t panic, there’s still enough nothing to go around

what follows is the familiar organization of noise. finally my childhood takes center stage: what if i made up six hundred and thirteen questions and what if i simply stopped?

didn’t think loudly enough so voices start whispering in the rat-a-tat of wheels and track. doors sliding, familiar faces dropping by. but today i’ll leave no glass, no bench seat unoccupied. will greet no delinquent prophets


oh, hey, i wrote you a tune, my shortened muscle is traveling. you thought they’d announce the stations: that there was first class, there was second class, there was the wagon for cow people

in the sick bay, women devouring children, surgeons acting like they are on frontline duty with heavy artillery. penetrated route, corrected border line, pronouns pushing themselves down and around

the thought of the journey’s end forces an undertone from my throat. i seek a smile in piles of incisor teeth. from the pipes rises the smell of carrion flowers, flickers our mothers’ love


the garden gnomes rise to their feet shaking themselves off, illuminate the photos from my suitcase. i was taught to use gasoline like soap, rules for the rule, no lighter at the fireplace

this compulsion to turn every journey into an exile. when it’s burning behind the picket fences, i wish i were under firs. yesterday the woods were still clever enough to hide in museums. today my new homeland’s called mitropa

when they try to wake me, i pretend to sleep. when i pretend to sleep, i dream: there were rocks heavy as dumbbells you removed from my eyes. it would require sufficient authority to say “love”


III.

yes, love! when we think of germany, the markish sand, think of the moors or cast iron, to hum: the risen moon is beaming, little golden stars are gleaming, in heavens bright and clear. stars are yellow and have six points, DAMNIT, the stars are distant clouds of: gas, DAMNIT

we hum: the woods stand still and hold their silence, and from the meadows rises white mist wonderfully. the woods, the friendly closemouthed german woods and their unparalleled diversity: birchwald, oakwald, buchenwald, DAMNIT from the meadows rises mist, wonderfully white smoke, DAMNIT


ear to the tracks one time too long, and the fir trees start burning. on the rails before us the forest is consumed by smoke. climbs into the cellars, dusts off cushions, lonely thoughts: what’s the deal with the boredom, this german amnesia?

one or two strikes with a metal rod suffice to forget the whole story. what more do our fists know of their fathers than what they destroy? sleeping booby trap beneath a moon with open helm

and so we squat in transit and raise our heads out from among the cargo trucks. actually we still have nothing in our hands but an album of white photographs. reminders of the things we did not live ourselves


so how does one differentiate between a weapon and a tool? magazines full of children, supervised areas, overgrowing mouth. we shoot to kill our unknown ancestors, fold the day together roughly, dunk hands into warm cider

that exists, and the seasons exist, say: there are the burn piles, the witches in children’s games, there’s the hunchbacked, hook-nosed rumpelstiltskin. words like train tracks, buchen, soap. messianic weather out the window

we should console ourselves with that. salvation leads to the pasture, lord, out upon your sleeping moors. your lambs hang like discarded dresses over the baptismal font, drink an ocean from the map, awaken at the other end

Der Text ist eine Bearbeitung von Abschnitten des kollektiv verfassten Textes „Das war Absicht“ (G13, SuKuLTuR 2013).

This text is a reworking of passages from the collaboratively-written volume That Was On Purpose [Das war Absicht] (G13, SuKuLTuR 2013).

Max Czollek was born in Berlin-Friedrichshain in 1987 and received his PhD from the Center for Research on Antisemitism at TU Berlin. He has published three poetry volumes, in addition to nonfiction works on political science. He lives and writes in Berlin.

Jon Cho-Polizzi was born on the Mendocino Coast in 1985, and is a freelance literary translator and doctoral candidate in German at UC Berkeley. He lives and works between Northern California and Berlin.